02.09.2022

Schierack fordert besondere Berücksichtigung kleiner Kliniken im ländlichen Raum bei Unterstützung aus dem Corona-Rettungsschirm

Die Krankenhäuser in Brandenburg sind nach drei Jahren Corona-Pandemie vom Regelbetrieb weit entfernt. Sie stehen weiterhin erheblich unter Druck: Die Sommerwelle hat zu einem krankheitsbedingt erhöhten Personalausfall geführt. Weitere Belastung erfahren sie nun durch die steigenden Kosten für Medikamente, Energie, medizinischen Produkten und Lebensmittel. Dazu erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag Brandenburg, Prof. Dr. Michael Schierack:

 „Die Lage ist kritisch. Viele Krankenhäuser in Brandenburg befinden sich in erheblicher Bedrängnis. Die Aufrechterhaltung der medizinischen Grundversorgung – insbesondere in kleinen Kliniken im ländlichen Raum – steht auf dem Spiel, wenn wir jetzt nicht schnell handeln. Bisher ist es unter einem beeindruckenden Kraftaufwand der Pfleger, Ärzte und des Verwaltungspersonals gelungen, die Notfallversorgung zu jeder Zeit aufrecht zu erhalten. Diese Kraftanstrengung muss die Politik nun an den Tag legen und den Turbo einschalten, um Hilfen aus dem Corona-Rettungsschirm kurzfristig möglich zu machen. Kleine Krankenhäuser im ländlichen Raum müssen dabei mit einer Sonderpauschale ausgestattet werden.

Gleichzeitig müssen wir mittelfristig grundständig an die Krankenhausfinanzierung ran. Um die medizinische Versorgung der Menschen in unserem Land auf eine stabile Basis zu stellen, gilt es, die Abhängigkeit von Ausgleichzahlungen zu reduzieren. Dafür sind drei Punkte entscheidend: Erstens muss der sogenannte zweiprozentige Selbstbehalt beim Ausgleich im Jahresbudget abgeschafft werden. Zweitens muss die Praxis der Fallpauschalen überarbeitet werden. Krankenhäuser müssen auch dafür bezahlt werden, bestimmte Angebote vorzuhalten – insbesondere bei der Notfallvorsorge. Als dritten wichtigen Punkt müssen wir die medizinische Infrastruktur so entwickeln, dass Schwerpunktkliniken mit Arztpraxen besser Hand in Hand arbeiten.“

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