23.03.2014

Kulturelles Erbe Brandenburgs besser schützen – Gemeinsamer Antrag

Anja Heinrich/ Marie Luise von Halem: Denkmalstiftung zum Erhalt des kulturellen Erbes gründen

Die Fraktionen von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag Brandenburg haben den gemeinsamen Antrag „Kulturelles Erbe Brandenburgs schützen“ eingebracht.

Die Finanzmittel, die zur Sicherung bestandsgefährdeter Denkmäler und Kulturgüter im Land eingesetzt wurden, sind unter Rot-Rot um 90 Prozent zurückgegangen. Wurden in 2009 noch 871.000 Euro für die „konzertierte Denkmalpflege“ eingesetzt, waren es 2013 nur noch 88.000 Euro. Mit dem Antrag fordern beide Fraktionen die Landesregierung auf, eine Denkmalstiftung zu gründen, um das gefährdete Erbe im Land zu sichern.
 
Dazu sagt Anja Hein­rich, kul­tur­po­li­ti­sche Spre­che­rin der CDU-Frak­ti­on im Land­tag Bran­den­burg:
 
„Wir möch­ten die Denk­mä­ler als wich­ti­ge Er­in­ne­rungs­or­te für un­se­re Hei­mat er­hal­ten. Die Uhr tickt je­doch schon ge­fähr­lich. Be­reits jetzt sind 35 Pro­zent der bran­den­bur­gi­schen Schlös­ser und Guts­häu­ser be­stands­ge­fähr­det. Vie­ler­orts geht es schon gar nicht mehr um den Er­halt für eine spä­te­re Sa­nie­rung, son­dern um den Ab­riss. In Els­ter­wer­da wurde zum Bei­spiel das äl­tes­te Haus am Platz mit sei­ner über 300 Jahre wäh­ren­den Ge­schich­te nie­der­ge­ris­sen – mit Zu­stim­mung des Mi­nis­te­ri­ums. Der an die­ser Stel­le ge­plan­te Ver­kaufs­kom­plex kam nicht, aber das Haus ist un­wie­der­bring­lich weg. So ver­scher­belt das Mi­nis­te­ri­um unser kul­tu­rel­les Erbe und das ist kein Ein­zel­fall.
 
Das von Ex­per­ten be­für­wor­te­te Fi­nan­zie­rungs­mo­dell einer Denk­mal­stif­tung haben SPD und Linke mit allen Mit­teln ver­hin­dert. In ihren Wahl­pro­gram­men ver­su­chen sie ihr Ver­sa­gen zu re­tu­schie­ren, indem dann doch Denk­mal­fonds er­wähnt wer­den. Pla­ce­bos hel­fen aber kei­ner ein­zi­gen ein­sturz­ge­fähr­de­ten Kir­che, kei­nem Fach­werk­haus ohne Dach und kei­nem ver­wil­der­ten Park. Dabei ist die Denk­mal­pfle­ge auch als Wirt­schafts­för­de­rung zu ver­ste­hen, sie ist eine In­ves­ti­ti­on in die re­gio­na­le Ent­wick­lung in un­se­rem Land und von hoher Be­deu­tung für das prä­gen­de Ge­sicht un­se­rer Städ­te und Dör­fer, den Tou­ris­mus und die Le­bens­qua­li­tät vor Ort.“
 
Marie Luise von Halem, kul­tur­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on von BÜND­NIS 90/DIE GRÜ­NEN, sagt:
 
„Es ist höchs­te Zeit, dass das Land Bran­den­burg Geld für die er­for­der­li­chen Si­che­rungs­maß­nah­men zur Ver­fü­gung stellt, damit die be­droh­ten Denk­mä­ler in Bran­den­burg nicht noch viel län­ger dem Ver­fall preis­ge­ge­ben wer­den müs­sen. Über ver­schie­de­ne Fi­nan­zie­rungs­for­men zur Denk­mal­sa­nie­rung ist aus­rei­chend be­ra­ten wor­den, nun ist es an der Zeit zu han­deln. Es müs­sen schnells­tens kon­kre­te Schrit­te zur Grün­dung einer Denk­mal­stif­tung un­ter­nom­men wer­den, damit spä­tes­tens zu Be­ginn der nächs­ten Le­gis­la­tur­pe­ri­ode Er­trä­ge aus dem Stif­tungs­ka­pi­tal zum Er­halt der wert­vol­len Denk­mal­sub­stanz bei­tra­gen kön­nen.“
 
Zum Hin­ter­grund
 
Denk­mal­schutz und Denk­mal­pfle­ge sind nicht nur un­ver­zicht­bar für eine Er­in­ne­rungs­kul­tur, son­dern auch ein an­er­kann­ter und nicht zu un­ter­schät­zen­der Stand­ort­fak­tor für die hei­mi­sche Wirt­schaft, vor allem im mit­tel­stän­di­schen Bau­ge­wer­be, im Tou­ris­mus und in be­son­de­rer Weise für den Be­schäf­ti­gungs­sek­tor in Bran­den­burg. Ein in denk­mal­pfle­ge­ri­sche Maß­nah­men in­ves­tier­ter Euro ver­an­lasst im Durch­schnitt zehn Euro Fol­geinves­ti­tio­nen.
 

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