06.09.2012

Besuch der Baustelle BER

Rainer Genilke/Björn Lakenmacher: Mängel auf der BER-Baustelle nicht zu übersehen

Heute haben Vertreter der CDU-Fraktion im Landtag Brandenburg die Baustelle des Flughafens Willy Brandt besucht. Auf dem drei-stündigen Rundgang mit Unterstützung eines fachkundigen Bauingenieurs haben sie mehrere fragliche Stellen, die Baumängel und Sicherheitslücken andeuten, an den Gebäuden des Flughafens beobachtet. Dies betrifft insbesondere die Ladezone Nord, die Gepäckanlageräume, die Brandschutzanlage sowie auch die Luftseite am Flughafen.

Dazu sagt Rainer Genilke, Verkehrs- und Infrastrukturexperte der Märkischen Unionsfraktion:
 
„70 Prozent der Brandschutzanlage sind fehlerhaft verbaut, das ergibt die derzeit laufende Katalogisierung am Flughafen. Das wurde heute bei unserem Besuch am Flughafen klar. Diese Bilanz ist verheerend und stellt erneut in Frage, wie der Flughafen noch im Juni 2012 eröffnet werden sollte. Darüber hinaus haben wir gesehen, dass in der Ladezone Nord im Kellerbereich des Flughafens erhebliche Schadstellen an Pfeilern offen liegen, bei denen man bis in die Bewehrung durchsehen kann. In der Ladezone Nord wurden dazu offensichtlich Erweiterungsfugen nachträglich eingefügt. Die Flughafengesellschaft konnte uns die Mängel in der Ladezone nicht erklären. Man muss die Frage stellen, wie gut bzw. schlecht der Flughafen tatsächlich gebaut ist.“
 
Darüber hinaus haben die Abgeordneten im Rundgang von der Flughafengesellschaft erbeten, auch die Halle der Gepäckabfertigungsanlage im Kellerbereich zu besichtigen. Nach mehreren Anläufen bei der Flughafengesellschaft und schließlich bei der Bundespolizei wurde den Abgeordneten der Zugang in den sicherheitssensiblen Bereich erlaubt. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass für den Zugang dieses Bereiches nicht etwa die Bundespolizei sondern die Flughafengesellschaft zuständig ist. Die Türen in die Halle waren offen und frei zugänglich sobald man auf dem Flughafenbereich ist. Dazu sagt Björn Lakenmacher, innenpolitischer Sprecher für die Märkische Unionsfraktion:
 
„In den Bereich der Gepäckanlage darf nach Angaben der Flughafengesellschaft aus Sicherheitsgründen noch nicht mal der Ministerpräsident von Brandenburg. Mit diesem Argument hat die Flughafengesellschaft einen Zugang der CDU-Abgeordneten zunächst nicht zulassen wollen. Dass dann die Türen zu einem höchst sicherheitssensiblen Bereich offen und jederzeit für jedermann zugänglich sind, ist eine bodenlose Schlamperei und weiterer gravierender Sicherheitsmangel. Das betretene Schweigen der Flughafenvertreter sprach Bände. Der Flughafen und die Landesregierung haben nach dem Sicherheitsvorfall des Gefährders vor wenigen Wochen nichts gelernt und unternommen.“

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