CDU-Fraktion im Landtag Brandenburg

Überlastung Sozialgerichte in Brandenburg

Danny Eichelbaum: Minister Markov verkennt die dramatische Lage an den Sozialgerichten

Die Sozialgerichte in Brandenburg haben seit langem ihre Belastungsgrenze überschritten. Die Folgen sind Langzeitprozesse und extreme Belastungen für Richter und Mitarbeiter. Erst vor kurzem wurde einem Brandenburger eine Entschädigung für ein acht Jahre langes Verfahren beim Sozialgericht Cottbus zugesprochen. Gestern äußerte sich der neue Justizminister Markov beim rbb.
Dazu sagt Danny Eichelbaum, rechtspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion:
 
„Mi­nis­ter Mar­kov ver­kennt die dra­ma­ti­sche Lage an den bran­den­bur­gi­schen So­zi­al­ge­rich­ten. Die Pro­ble­me sind seit Jah­ren be­kannt. Zwei zu­sätz­li­che Rich­ter sind ein Trop­fen auf dem hei­ßen Stein. Die Flick­schus­te­rei muss end­lich ein Ende haben.
 
Wir for­dern den Jus­tiz­mi­nis­ter auf, eine trag­ba­re und ver­ant­wor­tungs­vol­le Per­so­nal­kon­zep­ti­on vor­zu­le­gen. Der Per­so­nal­ab­bau in der Jus­tiz führ­te auch zu den lan­gen Ge­richts­ver­fah­ren. Die Lö­sungs­vor­schlä­ge der CDU lie­gen auf dem Tisch. Die Rich­te­rin­nen und Rich­ter müs­sen ent­las­tet wer­den. Wir be­nö­ti­gen mehr Schreib­kräf­te und Rechts­pfle­ger. Au­ßer­dem soll­ten die So­zi­al- und Ver­wal­tungs­ge­rich­te or­ga­ni­sa­to­risch zu­sam­men­ge­legt wer­den, um Syn­er­gie­ef­fek­te zu er­zie­len. Die Kri­tik von Mi­nis­ter Mar­kov an un­ver­ständ­li­chen Hartz-VI-Be­schei­den geht di­rekt an sei­nen Ka­bi­netts­kol­le­gen Baas­ke. In sei­nem So­zi­al­mi­nis­te­ri­um ar­bei­tet ohne sicht­ba­ren Er­folg seit ein­ein­halb Jah­ren eine Ar­beits­grup­pe, die den Job­cen­tern und Op­ti­ons­kom­mu­nen Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für die Er­stel­lung von rechts­si­che­ren Hartz-VI-Be­schei­den an die Hand geben soll­te. Hier müs­sen schnellst­mög­lich Er­geb­nis­se auf den Tisch.“
 
Zum Hin­ter­grund
 
Seit An­fang 2014 sind in den So­zi­al­ge­rich­ten Pots­dam, Neu­rup­pin, Frank­furt und Cott­bus 35 079 un­er­le­dig­te Ver­fah­ren an­hän­gig. Knapp sie­ben Pro­zent davon dau­er­ten in ers­ter In­stanz schon mehr als drei Jahre (Pres­se­mit­tei­lung des Vi­ze­prä­si­den­ten des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg, Her­bert Oe­s­ter­le: So­zi­al­ge­rich­te Bran­den­burgs in an­hal­ten­der Not­la­ge, 23. Ja­nu­ar 2014).